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Malteser Netphen

Ein Leben gerettet - Eine Mahlzeitendienst-Fahrererin schlug Alarm...

10.05.2017
GUDRUN MEINHARDT (2. V. L.) UND KATRIN JÜNGST (3. V. L.) GEBÜHRT DANK UND ANERKENNUNG

Zwei couragierte Damen in Diensten des Malteser-Hilfsdienstes haben Besonderes geleiste, sie haen einem älteren Herrn aus Obersdorf mutmaßlich das Leben gerettet:

Katrin Jüngst und Gudrun Meinhardt. Malteser-Dienststellenleiter Christian Bruno und Maria Patitucci, die Leiterin des Menü-Dienstes, gratulierten den Fahrerinnen jetzt im Rahmen einer Mitarbeiterversammlung zu ihrem vorbildliche Verhalten.

Was war passiert? Seit 2009 bezieht der Obersdorfer jeden Tag den Mittagstisch der Malteser. Am 30. April aber klingelte Gudrun Meinhardt vergeblich an der Grundstückspforte:

Niemand antwortete, Kontaktversuche per Telefon scheiterten. „Ich habe bei Nachbarn gefragt, keiner wusste etwas. Aber weil er ab und zu mal mit dem Auto wegfährt, habe ich das Essen in einer Warmhaltebox vor der Pforte abgestellt."

Am 1. Mai jedoch eskalierte die Lage: Kollegin Katrin Jüngst fuhr diesmal die Mahlzeiten-Tour über Obersdorf. Die geschlossene Box vom Vortag verhieß nichts Gutes, das Essen war nicht angerührt worden. Spontan schaltete sie die Nachbarn ein. Die riefen rund, erreichten die Putzfrau, aber die wusste auch nicht weiter. „Ich habe die Polizei alarmiert, die Feuerwehr kam und hat die Haustür geöffnet", erinnert sich Katrin Jüngst. Dann ging alles sehr schnell: „Er lebt und ist ansprechbar", lautete die nächste Auskunft der alarmierten Rettungskräfte.

Schnellstmöglich wurde der erkrankte Senior in ein Krankenhaus eingeliefert und auf einer Intensivstation behandelt.

Für die 22 Fahrer in Diensten der Malteser ist der Fall Obersdorf dramatisch, aber längst kein singuläres Ereignis. „Tag für Tag erleben wir Situationen, wo wir überlegen müssen, ob nicht besser Hilfe geholt werden sollte", bringt es Gudrun Meinhardt auf den Punkt. „Da stehen die alten Leute mit wackeligen Beinen vor uns. Dann rufen wir die Familien an, wir lassen keinen zurück."

Ideal wäre es für den Mahlzeitendienst, wenn die Fahrer und Fahrerinnen einen Schlüssel zur Wohnung oder zum Haus von gesundheitlich gefährdeten Senioren in der Tasche hätten. Vor einigen Jahren hat Katrin Jüngst – sie ist seit elf Jahren dabei – dank eines Haustürschlüssels schnell helfen können: „Die kranke Person lag im Flur. Gut, dass ich zur rechten Zeit gekommen bin."

 

In den Kontext passt der Appell von Malteser-DienststellenleiterChristian Bruno: „Der Hausnotruf kann Leben retten. Ab einem gewissen Alter sollten sich besonders alleinstehende Senioren trauen und diesen Service in Anspruch nehmen." Noch ein Wort zum Mahlzeitendienst des Malteser-Hilfsdienstes, der im Netphener Gewerbegebiet Bernstein beheimatet ist: 22 Fahrer teilen sich die ganze Woche die neun Touren mit jeweils 30, 40 oder gar 50 Kunden. Insgesamt werden täglich 400 Mahlzeiten ausgeliefert.

Morgens um 10 oder 10.30 Uhr bekommen die ersten Klienten ihr Mittagessen. Viel zu früh, mag sich mancher denken. „Zwei Stunden hält sich die warme Mahlzeit in der Box, das geht", sagt Maria Patitucci. Bis 13 Uhr muss alles geliefert sein. Kein leichtes Unterfangen. Wilnsdorf, Freudenberg und Hilchenbach werden beliefert, das Netpher Land bis Hainchen sowieso. Aber auch Littfeld gehört mittlerweile dazu. In den Anfangsjahren fuhren die Malteser sogar bis auf die Lipper Höhe, eine lange Strecke von Netphen aus.

 

GUDRUN MEINHARDT (2. V. L.) UND KATRIN JÜNGST (3. V. L.) GEBÜHRT DANK UND ANERKENNUNG
FÜR IHR VORBILDLICHES VERHALTEN. MALTESER-DIENSTSTELLENLEITER CHRISTIAN BRUNO (R.)
UND MARIA PATITUCCI, LEITERIN DES MENÜ-SERVICES, SAGTEN DANKE SCHÖN. MIT BLUMEN, WIE
ES SICH GEHÖRT. FOTO: MICHAEL ROTH   Quelle: Siegener Zeitung

Quelle: Siegener Zeitung - 10.05.2017

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