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Organspende

Viele Menschen verschenken ihr Herz – einige von ihnen sind Organspender

Wenn man den Statistikern Glauben schenken will, wünschen sich die meisten Bundesbürger (82 Prozent) im Falle einer unheilbaren Organerkrankung den Empfang eines Spenderorgans. Aber nur elf Prozent besitzen einen Organspende-Ausweis, in dem sie zustimmen, dass nach Eintritt des Hirntods Organe zum Zweck der Transplantation entnommen werden dürfen.

Dieses missliche Verhältnis spiegelt sich auch in Zahlen wider: 2005 konnten bei 1.220 Organspendern 3.909 Organe transplantiert werden, dem steht die Zahl von rund 11.500 Menschen in Deutschland gegenüber, die dringend auf ein Spendeorgan gewartet haben

Im Jahr 2013 waren es nur noch 876 Organspender in Deutschland

Rein statistisch betrachtet stirbt alle acht Stunden in Deutschland ein Mensch, weil er nicht rechtzeitig ein Organ bekommt. Etwa 12.000 Kranke in Deutschland stehen auf der Warteliste in der Hoffnung auf ein geeignetes Organ. Sie alle müssen nun wegen der sinkenden Bereitschaft Organe zu spenden mit deutlich längeren Wartezeiten rechnen.

 

Gründe für die Mängelsituation

Es gibt viele Ursachen - individuelle und organisatorische, rationale und emotionale - die die augenblickliche Situation erklären, zum Beispiel:

  • Angst, dass in einer kritischen Therapiesituation die eigene Person in den Hintergrund tritt gegenüber der potenziellen Organspende,
  • Misstrauen, ob die Hirntod-Diagnostik sicher ist,
  • Ablehnung des Hirntod-Konzepts als eine willkürliche Setzung,
  • Unbehagen bei der Vorstellung, dass eigene Organe in einem fremden Organismus weiterleben,
  • fehlende Routine der verantwortlichen Mitarbeiter in den Krankenhäusern bei der Durchführung von Hirntod-Diagnostik, postmortaler organkonservierender Behandlung und Explantation,
  • Unsicherheit von Ärzten, Pflegenden, Seelsorgern, das Thema Organspende bei Hinterbliebenen nach Feststellung des Hirntods anzusprechen,
  • Verkennung von Situationen, in denen postmortale Organspenden möglich sind.

Was jeder zum Thema Organspende wissen sollte

n einem Organspendeausweis kann jeder seine grundsätzliche Zustimmung zu einer postmortalen Organspende, seine partielle Zustimmung (Freigabe der Spende von bestimmten Organen) oder seine grundsätzliche Ablehnung dokumentieren.

Ein Organspendeausweis stellt für alle Behandelnden eine verbindliche Entscheidungshilfe dar. Es ist oft unmöglich, in einer von Schock und Trauer beherrschten Situation sachlich den mutmaßlichen Willen bezüglich einer Organspende zu ermitteln, wenn keine Erklärung des Verstorbenen bekannt ist.

Die Hirntoddiagnostik geschieht nach strengen Richtlinien der Bundesärztekammer, die zur Überprüfung mehrerer sicherer Kriterien durch zwei unabhängige Ärzte zwingt.

Die Koordination der Organspende, die Verteilung von Spendeorganen und die Transplantation werden von drei unterschiedlichen Institutionen durchgeführt, wodurch ein hohes Maß an Transparenz und Verteilungsgerechtigkeit garantiert ist. Organhandel ist ausgeschlossen.

Das Alter eines Organspenders ist kein Ausschlusskriterium: 2005 waren 3 Prozent unter 16 Jahren, 53 Prozent zwischen 16 und 54, 19 Prozent zwischen 56 und 64 und sogar 25 Prozent älter als 65 Jahre.

Wie die Malteser zur Organspende stehen

Auch Einrichtungen und Träger können entscheidend dazu beitragen, die Auseinandersetzung mit dem Thema und die Durchführung von Organspenden zu fördern. Daher haben die Malteser einige Maßnahmen umgesetzt:

Ethische Grundposition zur Organspende
Der Textentwurf einer ethischen Grundposition der Malteser zur Organspende wurde im Netzwerk Ethik, in den Klinischen Ethikkomitees und von den Transplantationsbeauftragten diskutiert und liegt nun dem Medizinischen Beirat vor. Grundsätzlich wird darin die freiwillige Bereitschaft zur Organspende als „tiefes Zeugnis von gelebter Solidarität oder christlicher Nächstenliebe“ wertgeschätzt, ohne dass sie „eine moralische oder christliche Verpflichtung ist“.

Fortbildungen zum Thema Organspende

Gemeinsam mit der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) bieten wir wiederholt zweitägige Fortbildungsveranstaltungen an, in denen ethische, juristische, medizinische und organisatorische Fragen der Hirntoddiagnostik und Organspende thematisiert werden. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Kommunikation mit Hinterbliebenen.

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE47370601201201216709  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7